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Toshikazu Kawaguchi – Before the Coffee gets cold

Man sieht das Buch gehalten von einer Hand vor einer weißen Wand. Auf dem Cover sieht man eine Zeichnung von zwei Stühlen, einem Tisch auf dem zwei Kaffeetassen stehen. Eine Katze sitzt unter dem Tisch.

Details

Originaltitel: Coffee ga samenai uchini
Übersetzung von Geoffrey Trousselot 

Taschenbuch, 224  Seiten
Picador, 19. September 2019
ISBN 978-1529029581

Meine Bewertung

Bewertung: 4 von 5.

Klappentext

„Are you listening?“ Kazu continued. „When you return to the past, you must drink the entire cup before the coffee goes cold.“

„Uh. I don’t actually like coffee that much.“

Kazu opened her eyes wider and brought her face an inch or so from the tip of Fumiko’s nose.

„This is the only rule you have to absolutely obey.“ she said in a low voice.

Ein kleines Café in Tokyo, das seit über 100 Jahren Kaffee serviert, bietet einen ganz besonderen Service für Besucher: Einmal zurück in die Vergangenheit reisen. Dies kann allerdings nur geschehen, wenn ein ganz besonderer Stuhl im Café frei ist. Und als Regel gilt: Der Kaffee muss getrunken werden, bevor er kalt ist.

In mehreren kurzen Geschichten begleiten wir hier verschiedene Protagonist*innen, die alle aus einem bestimmtem Grund in die Vergangenheit reisen möchten: Um mit etwas abzuschließen, etwas herauszufinden oder jemanden wiederzusehen. Und dies ist eigentlich auch schon die Moral der Geschichte: Du kannst zurück reisen, aber es verändert sich nichts. Die Zukunft kann nicht beeinflusst werden. Das hat mir direkt gefallen, denn so gibt es zwar einen gewissen Zauber, aber es bleibt doch auch realistisch. Schau dir nochmal einen vergangenen Moment an, aber dann gilt es damit abzuschließen. Auch sehr schön fand ich, dass wir die Charaktere durch die Kurzgeschichten begleiten, man lernt sie etwas besser kennen, was bei einer Kurzgeschichte nicht immer gelingt, hier aber wirklich gut funktioniert, da es ein eigener kleiner Kosmos bleibt. Die Geschichte bewegt sich nicht großartig aus dem Café heraus. Die Charakter sind ziemlich liebevoll, teilweise etwas skurril gezeichnet und alle mit einer eigenen Hintergrund-Geschichte ausgestattet. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wäre es wahrscheinlich dass es teilweise etwas redundant wird, besonders wenn die „Regeln“ für das Zeitreisen immer und immer wiederholt werden. Da es noch weitere Bände gibt, könnte ich mir auch vorstellen dass das noch mehr wird, ich möchte aber trotzdem weiterlesen. Denn diese kleine Büchlein hat mir sehr gefallen und war durch die cozy Stimmung eine perfekte Realitätsflucht. Aber Achtung: es besteht akute ugly-crying Gefahr.

Es gibt ebenfalls eine deutsche Übersetzung von Sabine Thiele.


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