
Details
Übersetzung ins Englische von Gene Png
Softcover, 304 Seiten
Bloomsbury, 14.08.2025
ISBN 978-1-5266-7982-6
Meine Bewertung
Klappentext
When four isolated elderly people die back-to-back at the same hospital by jumping out of the sixth-floor window, Su-Yeon doesn’t understand why she’s the only one at her precinct that seems to care. But her colleagues at the police force dismiss the case as a series of unfortunate suicides due to the patients‘ loneliness. But Su-Yeon doesn’t have the privilege of looking away: her dearest friend, Grandma Eun-Shim, lives on the sixth floor, and Su-Yeon is terrified that something will happen to her next.
Content Notes (könnten Spoiler enthalten)
Suizid
Letztes Jahr habe ich einen Urlaub in Seoul verbringen dürfen und natürlich habe ich mich kurz vorher informiert, was mich literarisch ansprechen könnte. Sehr schnell bin ich auf The Midnight Shift gestoßen, das nicht nur hier auf dem Cover als „Bestselling Cult Novel“ angepriesen wurde. Auch vor Ort war es sehr prominent ausgelegt in der Buchhandlung die ich besucht habe. Aber worum geht es hier eigentlich?
Su-Yeon ist Ermittlerin und ermittelt in einem – für sie – merkwürdigen Fall. In einem Hospital für älteren Menschen sterben vier Einwohner*innen auf die gleiche Art und Weise: Sie begehen offensichtlich Suizid, in dem sie aus dem sechsten Stockwerk springen. Doch für Su-Yeon, deren Oma ebenfalls in dem Hospital lebt, ergeben sich Ungereimtheiten und als sie eine geheimnisvolle Frau am Tatort entdeckt, die sich als Vampirjägerin ausgibt, wird ihr klar, hier muss mehr dahinter stecken. Also ermittelt sie mit Hilfe von Violette weiter und entdeckt eine ganz andere Seite ihrer Stadt.
Schnell wird klar, hier handelt es sich nicht einfach nur um einen Krimi in bester „Wer hat es getan“-Manier, denn auf knapp 300 Seiten hat Cheon Seon-Ran unheimlich viel Charakterinnenschau platziert und fast nebenbei noch Gesellschaftskritik verpackt. Beide Protagonistinnen sind mit einer kompletten Lebensgeschichte ausgestattet und beim Lesen taucht Mensch tief in die Bedürfnisse nach Nähe und Liebe ein. Korea hat ein wachsendes Problem mit Einsamkeit in der Gesellschaft, nicht zuletzt erzeugt durch extremen Leistungsdruck und damit verbundener Isolation. Da wird auch klar, warum das Buch so ein Bestseller ist. Cheon Seon-Ran schreibt so authentisch und einfühlsam, dass die Sehnsucht, ganz besonders in Violettes Backgroundstory fast greifbar wird. Vampir*innen, die sich auf das Blut einsamer Menschen spezialisiert haben, macht das Ganze am Ende rund und somit für mich zu einem richtigen Überraschungshighlight!
Leider gibt es (noch?) keine deutsche Übersetzung. Empfehlenswert nicht nur für Vampirfans, sondern auch für alle die gerne charakterbasierte Geschichten lesen.
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