
Details
Originaltitel: Perras de Reserva
Übersetzung von Johanna Malcher
E-Book, 184 Seiten
CulturBooks, 22. März 2025
ISBN 978-3959882453
Meine Bewertung
Klappentext
»Reservoir Bitches« erzählt hart, klug und mit viel schwarzem Humor aus dem Leben mexikanischer Frauen, die kämpfen, tricksen, lügen und töten, die alles tun, um zu überleben.
Ob Narco-Braut, Hausfrau oder Influencerin in Luxury Fashion, ob Auftragskillerin, Prostituierte oder Kleinkriminelle, ob reich oder arm – Dahlia de la Cerdas Heldinnen in »Reservoir Bitches« sind Frauen, die jede Opferrolle ablehnen und die Lösung ihrer Probleme selbst in die Hand nehmen. Ihr Leben ist alles, nur nicht moralisch – aber Dahlia de la Cerdas Literatur will auch gar nicht moralisierend sein. Sie katapultiert uns beim Lesen in eine weit entfernte, aber sehr reale und oft gewalttätige Umgebung.
Die kompromisslosen Stimmen der sehr unterschiedlichen Protagonistinnen verbinden sich in de la Cerdas faszinierendem Debüt zu einem wilden, vielschichtigen, immer wieder auch überraschend zärtlichen Porträt der mexikanischen Gesellschaft aus weiblicher Sicht.
Content Notes (könnten Spoiler enthalten)
Schwangerschaftsabbruch, Auftragsmord, sexualisierte Gewalt, Körperverletzung
Dahlia de la Cerda gilt als wichtige, neue Stimme mexikanischer Literatur. In ihrem Debüt schreibt sie schonungslos über das Leben mexikanischer Frauen und betrachtet dabei vor allem die Schattenseiten, in einem Land, in dem Femizide zum Alltag gehören.
Alle drei Stunden und fünfundzwanzig Minuten stirbt in Mexiko eine Frau (…)
Seite 117
Das Buch wurde für den International Booker Prize nominiert.
In Kurzgeschichten begleiten wir verschiedene Frauen in ihrem Alltag, z.B. eine junge Frau, die ihre eigene Gesundheit für einen Schwangerschaftsabbruch riskiert, da sie keine andere Möglichkeit sieht. Oder Yuliana, Tochter eines Drogenbosses, die wir sogar über mehrere Geschichten begleiten, sowie ihre Freundin Regina, Tochter eines Regierungsbeamten, die von ihrem Freund ermordet wird und ihre Beschützerin China, die sich als Frau in der harten Welt der Drogenkartelle hocharbeitet.
Einige Frauen werfen mir sogar vor, ich wäre ‚undakbar‘ und würde meinen Platz in der Gesellschaft vergeuden, für den soviele vor mir ihr Leben gegeben hätten. Doch da muss ich widersprechen: Diese Frauen haben dafür gekämpft, dass ich mich heute frei entscheiden kann.
Seite 35
De la Cerda schreibt schonungslos, die raue Sprache wurde von der Übersetzerin perfekt übertragen. Die Kompromisslosigkeit hat mich teilweise umgehauen und meinen moralischen Kompass durcheinander gebracht. Durch die Verbindung zu den Drogenbossen taucht mensch in ein patriarchales Milieu ein, das von Gewalt geprägt ist. Reservoir Bitches ist daher ein wichtiges Buch, das Hoffnungslosigkeit in Wut umwandelt, das Frauen eine Stimme gibt. Frauen, die sich wehren, die selbst Gewalt wählen um zu überleben, in einem Land, das sich absolut nicht um seine Frauen kümmert. Ich verstehe die Prämisse dass de la Cerda als neue, wichtige Stimme gilt und bin gespannt auf weitere Literatur von ihr, die ich sicherlich auch lesen werde.
Unbezahlte Werbung, das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
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