
Details
Originaltitel: Nettle and Bone
Übersetzung von Jasmin Schreiber
Taschenbuch, 352 Seiten
Eichborn, 27. September 2024
ISBN 978-3847901839
Meine Bewertung
Klappentext
Die junge Marra, drittgeborene Tochter eines kleines Königreichs, muss mitansehen, wie ihre beiden Schwestern nacheinander mit dem sadistischen Thronfolger Vorling verheiratet werden. Nach dem mysteriösen Tod der Älteren muss die Jüngere ihren Platz einnehmen, um Vorling endlich einen Erben zu schenken – ein Los, das auch Marra zu drohen scheint.
Es sei denn, sie nimmt ihr Schicksal in die eigene Hand und sucht sich ein paar schillernde Verbündete für ihren Plan – denn Marra will den Prinzen nicht küssen, sondern töten!
Marras Familie muss eine Verbindung mit dem Prinz des Nordens schließen um das Königreich nicht in Gefahr zu bringen. Als drittgeborene muss sie mit ansehen wie ihre beiden Schwestern nacheinander mit dem fiesen Prinz verheiratet werden. Marra selbst hat nicht viel am Hut mit königlich sein und geht sogar in ein Kloster, damit ihr nicht das gleiche Schicksal widerfährt. Als ihre älteste Schwester stirbt und die nächste Schwester verheiratet wird, die unter dem Druck einen männlichen Nachkommen gebären zu müssen fast zerbricht, beschließt Marra, dass sie dieses Bündnis zerschlagen und den Prinzen töten wird. Nun ist Marra selbst aber gar keine so große Kämpfernatur und sie macht sich auf die Suche nach Magie und Verbündeten, die diese Reise mit ihr antreten.
Eigentlich habe ich immer gesagt, dass ich kein großer Märchenfan bin, auch retellings schaue ich mir selten an. Kingfisher konnte mich hier aber vom Gegenteil erzeugen, denn ich habe diese Geschichte sehr gemocht. Ein kämpferisches, abenteuerliches und feministisches Märchen. Als ersten Pluspunkt empfand ich schon mal, dass wir hier Ü30 Protagonist*innen haben, und dann kommt hier mein liebstes Trope der Found Family richtig gut zur Geltung. Die kleine Gruppe skurriler Charaktere habe ich sofort ins Herz geschlossen (i mean, Knochenhund und Huhn?) und wäre ihnen ebenfalls überall hin gefolgt. Sehr gut fand ich auch, dass es hier nicht darum ging zwischendurch noch die einzig, wahre Liebe zu finden, die das Leben komplett macht, sondern dass die Protagonistinnen allesamt für sich und zufrieden damit sind. Romantische Gefühle werden allerhöchstens angedeutet.
Außerdem muss ich hier noch auf die Übersetzung von Jasmin Schreiber eingehen, denn diese ist sowas von gelungen. Schreiber bringt einen eigenen, humoristischen Stil mit ein, der mir so gut gefallen hat. Wer ihre Bücher mag, dem wird auch dieses bestimmt gefallen, selbst wenn es ein anderes Genre ist. Generell finde ich das Buch auch für nicht Fantasy-Leser ganz hervorragend.
Dieses Buch war ein kleines Highlight für mich und Kingfisher hat mich damit überzeugt noch mehr aus ihrer Feder zu lesen!
Hier mein Beitrag zu Was die Toten bewegt von T. Kingfisher.
Hinterlasse einen Kommentar