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Eliza Reid – Das Geheimnis der Sprakkar

Isländische Frauen und wie sie die Welt verändern

Man sieht das Buch stehend im Buchregal, das Cover ist in blau gehalten und neben dem Titel sieht man eine Grafik die sehr wahrscheinlich eine isländische Stadt darstellen soll. Vor dem Buch liegen von Reiseführer von Reykjavik und Island.

Details

Originaltitel: Secrets of the Sprakkar: Iceland’s Extraordinary Women and How They Are Changing the World
Übersetzung von Henriette Zeltner-Shane

Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
btb, 13. September 2023
ISBN 978-3442762330

Meine Bewertung

Bewertung: 4 von 5.

Klappentext

In den letzten zwölf Jahren stand Island im World Economic Forum’s Global Gender Gap Report immer auf Platz 1 der Liste jener Länder, die auf dem Weg zur Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau die entscheidensten Schritte unternommen haben. Warum erzielt Island solch beachtliche Fortschritte in diesem andauernden Kampf? Die Antwort darauf liefern die SPRAKKAR des Landes – dieses uralte isländische Wort meint außergewöhnliche, herausragende Frauen.

Die in Kanada geborene und aufgewachsene Eliza Reid, derzeitige First Lady Islands, interviewte Dutzende SPRAKKAR, um deren inspirierende Geschichten zu erzählen. Geschickt bindet sie ihre eigenen Erfahrungen als Zugezogene aus einer kanadischen Kleinstadt mit ein. Sie nimmt die Haltung ihrer zweiten Heimat gegenüber Frauen unter die Lupe, das tiefverwurzelte gesellschaftliche Gespür für Fairness sowie den Einfluss aktueller und historischer weiblicher Vorbilder. Wobei sie nicht verschweigt, dass es in punkto Gleichstellung selbst in Island noch Verbesserungspotenzial gibt.

Island gilt als eines der glücklichsten Länder der Welt (die nordischen Staaten stehen hier alle in den Top Ten). Die Gleichberechtigung der Geschlechter verschafft der Insel dabei einen großen Vorsprung in der Lebensqualität. Es herrscht, auch unter den OECD-Staaten die höchste Akzeptanz für Homosexualität, 2009 hatte Island z.B. die erste offen lesbische Regierungschefin.

Eliza Reid wurde in Kanada geboren und ist 2003 aus Liebe nach Island immigriert. 2004 heiratet sie Gudni Jóhannesson, den späteren Präsidenten.

Bereits in ihrem ersten Job in Island merkt sie dass der Umgang mit weiblichen Angestellten und Müttern anders ist, ihre Vorgesetzte dort nimmt ganz selbstverständlich ihr Baby mit in Meetings. Es gibt keine Sprüche oder anzügliche Scherze. Alleinerziehende Eltern oder junge Mütter sind wenig bis gar nicht sozial stigmatisiert.

Als sie ihren Job verliert, orientiert sie sich um und wird Journalistin. Sie bekommt 4 Kinder in 8 Jahren und schreibt ohne die gute Familienpolitik des Landes wäre das nicht möglich gewesen.

Als 2016 die Präsidentschaftswahl ansteht kandidiert ihr Mann und wird schließlich auch gewählt. Damit wird Eliza zur sechsten First Lady (oder auch forsetafrú – Frau des Präsidenten) Islands. Sie schrieb dieses Buch während der Amtszeit ihres Mannes und nennt es einen Liebesbrief an Island. Ein Liebesbrief an eine Gesellschaft, die ständig daran arbeitet sich zu verbessern, die leidenschaftliche Debatten führt und in Krisenzeiten mit Solidarität und Mitgefühl einander auffängt. Reid ist Verfechterin von Gleichberechtigung und setzt sich kontinuierlich dafür ein. Sie räumt aber ebenfalls ein, dass Island zwar weit voraus ist und paradiesisch klingt, es trotzdem aber noch viel zu tun hat. In diesem Buch erzählt sie nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch die anderer Frauen, mit denen sie gesprochen hat.

Reid spricht im Buch sehr oft über Intersektionalität, was ich als großen Pluspunkt empfinde. Ein weiteres großes Thema, dass sich dabei wie ein roter Faden durch das Buch zieht sind Frauenverbände, Vereine und Räume zum Kontakte knüpfen, austauschen und unterstützen.

2023 war ich das erste Mal selbst in Island und konnte aus diesem Buch einiges mitnehmen, was man nicht unbedingt auf einer kurzen Reise lernt. Reid schreibt flüssig, in ihrer ganz eigenen Art, es hat Spaß gemacht ihr zu folgen. Am Ende jedes Kapitels gibt es außerdem einen kleinen geschichtlichen Exkurs und Erzählungen von legendären Sprakkar. Reid sagt von sich selbst, dass sie nicht als „Handtasche ihres Mannes“ wahr genommen werden möchte und ich nehme ihr diese Einstellung und die Liebe zu Island vollkommen ab.

Große Leseempfehlung von mir!

Unbezahlte Werbung, das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


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