
Details
Originaltitel: The First Bright Thing
Übersetzung von Gesine Schröder
Gebundene Ausgabe, 480 Seiten
FISCHER Tor, 28. Februar 2024
ISBN 978-3596709953
Meine Bewertung
Klappentext
Wenige Jahre nach dem Ersten Weltkrieg zieht eine Truppe von Zirkusartisten durch den Mittleren Westen der USA. Ihre Manege ist nicht groß, doch ihre Talente sind mehr aus außergewöhnlich: Odette, eine Trapezkünstlerin, kann Krankheiten und Verletzungen heilen. Mauve sagt die Zukunft voraus. Und Rin vermag durch die Zeit zu reisen. Zu dritt versuchen sie mit dem Zirkus, anderen übernatürlichen Begabten ein Zuhause zu bieten, Sicherheit und eine Familie.
Denn das Leben ist für diese „Sparks“ alles andere als einfach. Die Regierung versucht, sie zu instrumentalisieren oder wegzusperren. Und dann gibt es da noch den grausamen Mitternachtszirkus des mächtigen Circus King, der mit Rin noch eine Rechnung offen hat. Doch die größte Gefahr lauert in der Zukunft: Als Mauve, Odette und Rin auf einer ihrer Zeitreisen erfahren, dass ein weiterer Krieg die Welt in den Abgrund reißen wird, wollen sie alles dafür tun, ihn aufzuhalten…
Content Notes (könnten Spoiler enthalten)
Krieg, Mentale und Physische Gewalt, Toxische Beziehung, Alkoholmissbrauch, Queerfeindlichkeit, Antisemitismus
Während des ersten Weltkriegs entwickelten einige Menschen magische Fähigkeiten, die sogenannten Sparks. In einer ihnen feindlich gesinnten Welt suchen sie ihren Platz.
1926, Gegenwart: Ringmaster (kurz Rin genannt), kann durch Zeit und Raum reisen und leitet zusammen mit ihrer Frau Odette, die heilende Fähigkeiten besitzt und ihrer gemeinsamen Freundin Mauve, die sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft schauen kann, den Wanderzirkus Windy van Hooten. Gemeinsam mit weiteren Sparks, reisen sie von Ort zu Ort um ihre Vorstellungen zu präsentieren und Menschen damit zu helfen. Gleichzeitig sind ihre Reisen auch eine Flucht, vor einem bösen Schatten der Vergangenheit.
Ich weiß gar nicht so Recht, wie ich euch jetzt am besten von diesem Highlight erzählen soll, denn wie ihr an dem CNs sehen könnt, sind hier einige schwer verdauliche Themen verpackt. Gleichzeitig ist es so wunderschön geschrieben und mit liebevollen, kleinen Gesten versehen, dass ich mehr als einmal einen riesigen Kloß im Hals hatte. Der Zirkus von Rin ist eine einzige große Found Family und die Feindlichkeiten, die ihnen entgegen schlagen kann man wunderbar in unsere Zeit übertragen. Die Sparks lassen sich davon allerdings nicht entmutigen, im Gegenteil, sie unterstützen und lieben sich bedingungslos. Wie man außerdem am Zeitstempel der Geschichte sieht, steht entsetzliches bevor und hier arbeitet Dawson die Gleichzeitigkeit der Welt, die wir wahrscheinlich alle in der letzten Zeit empfinden, sehr feinfühlig auf. Und apropos feinfühlig, die sensible Sprache sucht wirklich ihresgleichen und ich wünschte wir hätten sie überall, Dawson geht sehr sensibel mit Traumata um und zeigt was Heilung bedeuten kann. Aber Dawson zeigt genau so auch die häßliche, dunkle Seite und was aus Menschen werden kann die nicht reflektieren und heilen und entsetzlich mit anderen Menschen umgehen. Es ist eine einzige Gefühlsachterbahn, mit wärmenden Hochs und eiskalten Tiefs.

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