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Denene Millner – Die Farbe meines Blutes

Man sieht das Buch liegend auf einem weißen Stuhl. Das Cover ist in orange gehalten. Auf dem Cover sieht man eine Grafik einer Schwarzen Person im Profil. Sie trägt einen Turban der mit bunten Blumen und Blättern geschmückt ist.

Details

Originaltitel: The Beautiful Blood
Übersetzung von Henriette Zeltner

Gebundene Ausgabe, 656 Seiten
Goldmann Verlag, 17. Mai 2023
ISBN 978-3442316410

Meine Bewertung

Bewertung: 4 von 5.

Klappentext

Brooklyn 1969: Als die unverheiratete Afroamerikanerin Grace schwanger wird, will sie nur eines: ihr Kind gegen alle Konventionen behalten. Doch das Baby wird ihr weggenommen und wächst bei einem jungen Ehepaar auf. Obwohl Rae sehr früh von ihrer Adoption erfährt, stellt sie keine Fragen. Für sie sind Delores und Thommy ihre „richtigen“ Eltern. Das ändert sich jedoch, als mit dem Tod ihres Vaters ein Geheimnis ans Licht kommt, das Rae dazu zwingt, sich mit ihrer Herkunft auseinanderzusetzen – und mit ihren beiden Müttern.

Ein brisantes und hochemotionales Epos darüber, wie Herkunft, Kultur und die Last der Geschichte afroamerikanische Frauen bis heute prägen, und darüber, dass es keine stärkere Macht gibt als die Liebe einer Mutter.

Content Notes (könnten Spoiler enthalten)

Häusliche Gewalt

„Mein Blut fließt zurück nach Somalia und Äthiopien, Hunderte und Aberhunderte Jahre in die Vergangenheit.“

Grace wächst in den 60er Jahren im Süden der USA bei ihrer Großmutter Rubelle auf. Dort lernt sie bereits früh die Geburtshilfe kennen, denn ihre Maw Maw ist eine Schwarze Hebamme, die vor allem Weiße Familien bei der Geburt unterstützt. Als Grace selbst jung schwanger wird, ist sie durch äußere Eingriffe gezwungen ihr Kind alleine zu gebären und ihre Selbstbestimmung wird ihr genommen, da ihr kleines Mädchen zur Adoption frei gegeben wird.

Millner ist Journalistin, Kolumnistin, leitet einen Verlagsimprint und einen Online-Erziehungsratgeber für Schwarze Eltern. Die Farbe meines Blutes ist ihr Romandebüt und sie nimmt uns mit in das Leben von Grace, Delores und Rae, drei Generationen die untrennbar miteinander verknüpft sind.

Es geht um Mutterschaft und Mutter-Tochter Beziehungen, (vererbte) Traumata, Selbstbestimmung und (Ehe)-Männer. Alles vor dem Hintergrund Schwarzer Familien in einer weißen Gesellschaft. Trotz der relativ schweren Themen lässt sich das Buch leicht lesen. Millner schafft eine besondere Atmosphäre zwischen nüchterner Worte und Emotionalität. Die nicht immer einfache Verbindung von Müttern und Töchtern schwingt in jeder Zeile mit und zieht sich als roter Faden durch das Buch, der Umgang mit Erziehung und Auswirkungen und das Aufbrechen der Selbstbestimmung hat mir dabei besonders gut gefallen. Millner wurde selbst adoptiert, ihr Roman – ein Stück Heilung auf all die unbeantworteten Fragen. Ein starkes, empfehlenswertes Debüt.

Unbezahlte Werbung, das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


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