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Octavia E. Butler – Kindred

Man sieht das Buch auf einem weißen Stuhl. Auf dem Cover ist eine Zeichnung eines Menschen mit Afrofrisur, die Zeichnung stellt eine Spaltung dar zwischen Vergangenheit und Zukunft, was auf die Geschichte hindeutet.

Details

Originaltitel: Kindred
Übersetzung von Mirjam Nuenning

Taschenbuch, 250 Seiten
w_orten & meer, 1. Dezember 2016
ISBN 978-3945644058

Meine Bewertung

Bewertung: 5 von 5.

Klappentext

Dana, eine junge Schwarze Schriftstellerin, ist frisch verheiratet und voller Hoffnung, als sie 1976 mit Kevin, ihrem weißen Ehemann, nach Altadena umzieht. Scheinbar spontan und immer häufiger passieren Dana unerklärliche Zeitreisen. Sie erfährt, dass diese sie in die Zeit vor dem US-amerikanischen Sezessionskrieg führen – einer Zeit also, in der Schwarze Menschen afrikanischer Herkunft von weißen Menschen versklavt worden sind. Am eigenen Leib muss sie erleben, was es heißt, als Schwarze Frau auf einer Plantage im Süden der USA zu leben. Eindringlich wie mitreißend schildert Octavia E. Butler in Kinded – Verbunden die Geschichte von Dana und refklektiert darin die vielschichtigen Verbindungen von Rassismus und Sexismus in Vergangenheit und Gegenwart. Der Roman wurde zum bekanntesten Werk Octavia E. Butlers.

„Ich bin eine Schwarze Frau, Rufe. Wenn du irgendwas anstelle meines Namens zu mir sagen willst, dann das.“

Die Schwarze Schriftstellerin Dana ist frisch verheiratet und bezieht mit ihrem weißen Ehemann 1976 ein Haus in Altadena. Eines Tages verschwindet sie vor den Augen ihres Mannes für wenige Sekunden. Für Dana selbst fängt allerdings eine neue Zeitrechnung an, denn sie landet in einer Zeit, in der Schwarze Menschen versklavt sind. Eine Zeit in der sie um ihr Leben fürchten muss und so bleibt ihr nichts anderes übrig als sich anzupassen. Immer häufiger reist sie zwischen den Zeiten, ihre Aufenthalte werden immer länger. Zusammen mit ihrem Ehemann versucht sie den Grund für ihre Zeitsprünge zu finden und gleichzeitig am Leben zu bleiben. Und auch Danas Ehemann gerät in einen Strudel, als weißer, besseren Wissens gegen seine Prinzipien zu handeln.

Kindred ist Octavia E. Butlers bekanntestes Werk und erschien bereits 1979. Damit gilt Butler als eine der wenigen Schwarzen Autorinnen, die in dem Genre Science-Fiction damals bekannt wurde. Sie schrieb, dass sie mit Kindred die Geschichte, den Schmerz und die Angst der Schwarze Menschen ausgesetzt waren (und sind) weitergeben wollte. Und das ist ihr gelungen. Kindred ist kein gemütlicher Schmöker. Sehr klug bettet Butler die Versklavung, diesen unsäglichen Wahnsinn in eine spannende Sci-Fi Story ein. Ich empfand es als extrem modern und leider natürlich auch immer noch aktuell, was sicherlich auch an der grandiosen (Neu-) Übersetzung von Mirjam Nuenning liegt. Die hier in dieser Ausgabe ebenfalls ein Vorwort mit Sharon Dodua Otoo geschrieben hat. Hier lernen wir nochmal etwas über geschichtliche Hintergründe, sowie eine Einordnung der rassistischen Fremdbezeichnungen. Ein absolutes Highlight letztes Jahr und eine ganz große Empfehlung von mir, nicht nur zum Black History Month.


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