Kategorien: , ,

Boris von Heesen – Was Männer kosten

Der hohe Preis des Patriarchats

Man sieht das Buch auf einem weißen Stuhl liegen. In großen roten Buchstaben ist darauf Was Männer kosten geschrieben.

Details

Taschenbuch, 304 Seiten
Heyne, 9. Mai 2022
ISBN 978-3453606241

Meine Bewertung

Bewertung: 4 von 5.

Klappentext

Gewalt, Unfälle, Sucht, Diskriminierung und Extremismus – Männer dominieren die Statistiken des Abgrunds: Sie verursachen doppelt so viele Verkehrsunfälle, begehen mit Abstand die meisten Straftaten und belegen deshalb auch 94 Prozent der Plätze in deutschen Gefängnissen. Diese Zahlen stehen nicht nur für Leid und Trauer – sie haben auch ökonomische Folgen: Über 63 Milliarden Euro kosten toxische männliche Verhaltensweisen dieses Land jedes Jahr – mindestens. Die Ursache sind patriarchale Strukturen, die unseren Alltag noch immer prägen. Deshalb müssen wir unsere Gesellschaft endlich von festgefahrenen Rollenmustern befreien. Denn das Patriarchat belastet alle – auch die Männer.

„Das Patriarchat kostet. Deshalb müssen wir endlich über Geld reden.“

Boris von Heesen ist Wirtschaftswissenschaftler, hat unter anderem für die Diakonie in Bayern und die Drogenhilfe in Frankfurt am Main gearbeitet. Heute arbeitet er als Männerberater und Vorstand eines Jugendhilfeträgers.

In seinem Buch wirft er uns eine unfassbare Zahl vor die Füße: 63 Milliarden Euro, drei-und-sechzig, jährlich wohlgemerkt, kostet uns das Patriarchat bzw. die toxisch männlichen Verhaltensweisen (warum er die Wortschöpfung toxisch männlich vermeiden möchte, erklärt er auch nochmal selbst im Buch). In drei Teilen wird aufgeschlüsselt woher diese Zahl eigentlich kommt. Es geht um messbare Kosten, die nicht messbaren Nebenwirkungen und um Wege heraus aus diesem System.

Trotz vieler Zahlen ist das Buch kurzweilig und auf den Punkt geschrieben. Die kleinen begleitenden Grafiken lassen das ganze oft anschaulicher werden. Und ich hatte ehrlich gesagt gar nicht so viel erwartet, aber hier steckt noch viel mehr drin als bloße Zahlen. Ganz ohne Fingerzeigen hat von Heesen hier ein Plädoyer für das Verlassen von Rollenstereotypen und für eine geschlechtergerechtere Welt geschrieben.

Wer sich viel mit diesen Themen und Statistiken beschäftigt wird hier wahrscheinlich nicht unbedingt viel Neues mitnehmen. Der Titel ist sicherlich auch so gewählt um Personen anzusprechen, die sich sonst nicht damit beschäftigen, Geld spricht eben eine mächtige Sprache. Trotzdem eine Empfehlung von mir – es freut mich dass sich ein Autor hier so einsetzt.

Unbezahlte Werbung, das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Hinterlasse einen Kommentar