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Alena Mornštajnová – Es geschah im November

Man sieht das Buch auf einem weißen Stuhl liegen. Auf dem Cover sieht man Steine. Einige der Steine sind so gelegt dass sie eine Sonne zeigen. Die Farben sind in grau und blau gehalten.

Details

Originaltitel: Listopád
Übersetzung von Raija Hauck 

Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
Wieser Verlag, 31. Mai 2022
ISBN 978-3990294949

Meine Bewertung

Bewertung: 5 von 5.

Klappentext

Manchmal verfiel sie in Hoffnungslosigkeit, aber dann wiederum tröstete sie sich damit, dass der Westen das schließlich nicht so hinnehmen würde, oder dass sich auch in der Sowjetunion etwas ändern und die Soldaten sich wieder in die Kasernen zurückziehen würden. Sie ahnte aber, dass das nur ein frommer Wunsch war. Dass von außen keine Hilfe kommen würde, genauso wie damals im August des Jahres 1968, als die „befreundeten“ Armeen unter Führung der sowjetischen ins Land einfielen.

Content Notes (könnten Spoiler enthalten)

I-Wort (wird hier für ein Gebäck genutzt). Fatshaming

Marie lebt mit ihrer Familie in einer mährischen Kleinstadt. Durch ihr Engagement bei einer Demonstration wird sie verhaftet. Die Familie wird auseinander gerissen. Fast 20 Jahre lang begleiten wir sie und Magdalena, die in einem Heim aufwächst, in dem die Kinder dazu erzogen werden dem Staat zu dienen und den Sozialismus zu erhalten.

Am 17. November 1989 begann der Systemwechsel vom Realsozialismus zur Demokratie in der damaligen Tschechoslowakei. Da der Wechsel vorwiegend gewaltfrei verlief, kennt man es auch unter dem Namen Samtene Revolution. (Wikipedia.de)

Mornštajnová nimmt hier die Geschichte und wandelt sie um. Wie wäre das Leben verlaufen, wenn der Systemwechsel nicht geglückt wäre? Sie beschreibt hoch emotional das Leben der Protagonistinnen. Dadurch wird es greifbar, es zeigt wie Gedanken gepflanzt werden. Wie mit Kritik am System umgegangen wird und wie schwierig es ist, die eigene Stärke dabei zu behalten. Ein Augenöffner der zeigt wie privilegiert das Aufwachsen in einer Demokratie ist. Es fühlt sich erschreckend aktuell an. Dazu aus dem Vorwort: „Trotzdem ist alles hier Beschriebene irgendwo irgendwann geschehen und geschieht noch immer auf der Welt.“


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