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Meg Mason – Sorrow and Bliss

Man sieht das Buch liegend auf einem khakifarbenen Tuch. Auf dem Cover ist eine Person zu erkennen in einem gelben Kleid, auf der Couch liegend. Sie hat die Arme über dem Kopf zusammengeschlagen.

Details

Taschenbuch, 368 Seiten
W&N, 28. April 2022
ISBN 978-1474622998

Meine Bewertung

Bewertung: 4 von 5.

Klappentext

Everyone tells Martha Friel she is clever and beautiful, a brilliant writer who has been loved every day of her adult life by one man, her husband Patrick.

So why is everything broken?

Maybe Martha is just someone who finds it harder to be alive than most people. Or maybe – as she has long believed – there is something wrong with her.

Forced to return to her childhood home to live with her dysfunctional, bohemian parents (but without the help of her devoted, foul-mouthed sister Ingrid), Martha has one last chance to find whether a life is ever too broken to fix or whether, maybe, by starting over, she will get to write a better ending for herself.

Content Notes (könnten Spoiler enthalten)

Psychische Erkrankung

„Everything is broken and messed up and completely fine. That is what life is. It’s only the ratios that change.“

Martha ist Ende dreißig, verheiratet mit ihrer Jugendliebe, ist kreativ, eloquent und steht mit beiden Beinen im Leben. Könnte man meinen, trotzdem fühlt sie dass irgendetwas nicht stimmt. Sie erinnert sich, dass mit 17 Jahren etwas in ihrem Kopf explodierte und sie psychisch erkrankt. Sie sucht Ärzte auf, nimmt Medikamente, setzt diese wieder ab. Nichts scheint sich zu bessern, Martha gibt schließlich das Ärzte wechseln auf und fragt sich, ob sie nicht einfach nur ein sehr sensibler oder sogar schlechter Mensch ist. Erst als Jahre später alles zu eskalieren droht und sie endlich eine Diagnose erhält, scheint es besser zu werden. Nun steht Martha davor, Scherben aufzuräumen und Puzzleteile zusammen zu fügen.

Gespickt mit einer Brise trockenem Humor, schreibt Mason hier offen und ehrlich über Depressionen und psychische Erkrankungen, verliert dabei nie die Menschlichkeit. Mir sind die Charaktere (besonders Martha) richtig ans Herz gewachsen. Wir erfahren nicht nur, wie es für Erkrankte ist, sondern auch wie eine Erkrankung auf das Umfeld trifft. Wir reisen mit der Protagonistin in die Vergangenheit, lernen ihre – nicht ganz funktionale – Familie kennen, erleben mit wie es sich anfühlt funktionieren zu sollen und wie es am Ende dann ist, ganz allein mit einer Diagnose. Mason hat es so emphatisch gelöst aufzuzeigen wie wichtig es für Betroffene ist endlich eine Diagnose (und eine Behandlung) zu erhalten, ohne eine Schublade zu öffnen. Ein wichtiges Buch, das hoffentlich dazu beiträgt das Stigma der psychischen Erkrankungen weiter zu durchbrechen. Sehr empfehlenswert, allerdings mit Content Warnung.

Auf Deutsch erschienen unter dem Titel „Was wir wollen“ in der Übersetzung von Yasemin Dinçer.


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