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Jacqueline Woodson – Ein anderes Brooklyn

Man sieht das Buch auf einer Mauer vor einem Park stehen, es lehnt an Zaunstäben. Im Hintergrund sieht man Bäume und Gebüsch. Das Cover des Buches ist gelb und man erkennt eine weibliche, Schwarze Person im Profil.

Details

Originaltitel: Another Brooklyn
Übersetzung von Brigitte Jakobeit

Gebundene Ausgabe, 160 Seiten
Piper, 1. März 2018
ISBN 978-3492058650

Meine Bewertung

Bewertung: 3.5 von 5.

Klappentext

Die Freundinnen Angela und Sylvia, August und Gigi ziehen über das glühende Pflaster Brooklyns der Siebzigerjahre. Im Hauseingang nebenan dämmert ein Junkie, Vietnamkriegsveteranen laufen durch die Straßen. Solange die Mädchen zusammen sind, kann ihnen das nichts anhaben. Doch wenn sie zu Frauen werden, werden sie verwundbar.

„Heute weiß ich, dass nicht der Augenblick tragisch ist. Es ist die Erinnerung.“

Zur Beerdigung ihres Vater kehrt August, mittlerweile Anthropologin, zurück nach New York. Hier ist sie in den Siebzigerjahren mit ihrem Vater und Bruder, sowie ihren Freundinnen Gigi, Angela und Sylvia in Brooklyn aufgewachsen. Zusammen waren die Freundinnen stark und unzertrennlich. Bis das Erwachsenwerden ihnen dazwischen kam.

In sehr kurzen Abschnitten und ruhigem Tempo beschreibt Woodson das Aufwachsen der Protagonistin und ihren Freundinnen in Brooklyn. Durch das ruhige Erzähltempo passiert gefühlt wenig, aber gleichzeitig so viel. Was bedeutet es erwachsen zu werden, als Schwarzes Mädchen unter den Blicken der Männer? Am Rande der Armut, in einem Viertel das die Weißen verlassen. Es geht um die Gemeinschaft, Freundschaft und Entfremdung, Trauer, erste Liebe und Herzschmerz, erzählt durch Augusts Erinnerungen. Durch den Anschluss des Vaters (und später auch des Bruders) an die Nation of Islam und den anthropologischen Hintergrund von August wird das ganze mit religiösen Themen verfeinert, so dass am Ende auf nur knapp 150 Seiten ein runder Roman über das Leben entsteht. Ein inhaltsreicher und bedeutungsvoller Snack, der viel zu lang auf meinem SuB lag und den ich gerne gelesen habe.

„Wo immer wir hinschauten, sahen wir Leute, die sich versuchten wegzuträumen. Als gäbe es irgendwo einen anderen Ort. Als gäbe es ein anderes Brooklyn.“


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