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Tommy Orange – Dort Dort

Man sieht das Buch stehend auf einer weißen Kommode vor einer weißen Wand. Der Titel erstreckt sich über das gesamte Cover. Im rot-orangener Farbe ist eine gezeichnete Feder über das Cover gelegt.

Details

Originaltitel: There there
Übersetzung von Hannes Meyer

Gebundene Ausgabe, 288 Seiten
Hanser Berlin, 19. August 2019
ISBN 978-3446264137

Meine Bewertung

Bewertung: 3 von 5.

Klappentext

Jacquie ist endlich nüchtern und will zu der Familie zurückkehren, die sie vor vielen Jahren verlassen hat. Dene sammelt mit einer alten Kamera Geschichten indigenen Lebens. Und Orvil will zum ersten Mal den Tanz der Vorfahren tanzen. Ihre Leben sind miteinander verwoben, und sie sind zum großen Powwow in Oakland gekommen, um ihre Traditionen zu feiern. Doch auch Tony ist dort, und Tony ist mit dunklen Absichten gekommen. „Dort dort“ ist ein bahnbrechender Roman, der die Geschichte der Native Americans neu erzählt und ein Netz aufwühlend realer Figuren aufspannt, die alle an einem schicksalhaften Tag aufeinandertreffen. Man liest ihn gebannt von seiner Wucht und seiner Schönheit, bis hin zum unerbittlichen Finale.

Content Notes (könnten Spoiler enthalten)

Waffengewalt, Massenschießerei, Alkoholismus, Sexualisierte Gewalt, Abtreibung, Drogensucht

In Dort Dort begleiten wir 12 American Natives, die alle miteinander verwoben sind. In kurzen Abschnitten wird das Leben des jeweiligen Charakters beleuchtet, vergangenes sowie aktuelles beschrieben und alles läuft auf das Finale hinaus, dem großen Powwow in Oakland.

Ein Powwow (auch Pow-Wow oder Pow Wow) ist im weitesten Sinne ein Treffen nordamerikanischer Indigener oder jede vergleichbare Veranstaltung. Im engsten Sinne ist es eine Form von Kulturveranstaltung, die auf Bräuchen von Kriegerbünden der mittleren Great Plains aus dem 19. Jahrhundert gründet. Durch verschiedene Aspekte des Brauchtums werden die kulturelle Identität gestärkt und überlieferte Wertevorstellungen vermittelt.

Quelle: Wikipedia.de

Die Lebensgeschichten der Protagonist*innen sind nicht unbedingt schön, es geht u.a. um sexualisierte Gewalt, Alkohol- und Drogenkonsum, Adoption. Orange gibt hier den Urban Natives einen wichtigen Platz und beschreibt in kräftiger Sprache den täglichen Kampf der Charaktere.

Und ich wollte es so gerne mögen! Mir waren die Charaktere aber teilweise zu flach und in den Schreibstil habe ich schlecht reingefunden. Gut gefallen haben mir die geschichtlichen Hintergründe, unter anderem im Epilog genannt.

Nichtsdestotrotz ein wichtiger own voice Roman, der hier mehrere Generationen Natives begleitet und dadurch viel zur Repräsentation beiträgt.


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