
Details
Originaltitel: Mulheres Empilhadas
Übersetzung von Barbara Mesquita
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten
Unionsverlag, 15. Februar 2021
ISBN 978-3293005686
Meine Bewertung
Klappentext
Im entlegenen Amazonasgebiet verfolgt eine junge Anwältin Gerichtsverhandlungen zu Frauenmorden. Immer näher kommt sie dem Leben der Opfer, immer eindringlicher werden die Bilder. Um der Wirklichkeit zu entkommen, flüchtet sie in eine Traumwelt an die Seite von Amazonen. Doch in der Realität scheint der Kampf um Gerechtigkeit ungleich schwerer.
Content Notes (könnten Spoiler enthalten)
Häusliche Gewalt, Femizid, N-Wort, I-Wort
Die Protagonistin, Anwältin in São Paulo, nimmt eine Stelle in Cruzeiro do Sul an und flieht damit gleichzeitig vor ihrem eigenen (Ex-)Freund. Sie besucht Gerichtsverhandlungen, bei denen es um brutale Frauenmorde geht. Sie beobachtet und recherchiert, auf der Suche nach Gerechtigkeit. Sie sammelt diese Frauen wie einen Stapel. Durch Besuche eines indigenen Dorfes, aus dem ein junges Mädchen Opfer wurde, kommt sie auch ihrer eigenen Vergangenheit näher.
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Jeden Tag werden durchschnittlich 11 Frauen in Brasilien Opfer eines Femizids (Quelle: Wikipedia). Schauplatz des Buches ist der Bundesstaat Acre, in welchem die brasilianische Autorin Melo grausame Verbrechen an Frauen thematisiert. Zum großen Teil Schwarze oder indigene Frauen, die in der Gesellschaft keinen Platz bekommen.
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Die Ungerechtigkeiten sind so „normal“, dass mensch hier nur hohen Blutdruck beim Lesen bekommen kann. Die Sprache ist knallhart, die Verbrechen sind sehr genau und teilweise sehr blutig beschrieben. Und trotz des so wichtigen Themas konnte es mich nicht richtig abholen. Die drei verschiedenen Kapitelarten haben mich verwirrt und für mich etwas die Brisanz des Hauptthemas genommen. Und zum Ende wurde es mir dann zu einfach aufgelöst. Da das Buch sehr gelobt wird, hatte ich aber vielleicht auch einfach zu hohe Erwartungen.
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