
Details
Originaltitel: Do not say we have nothing
Übersetzung von Anette Grube
Taschenbuch, 653 Seiten
btb, 12. Juli 2021
ISBN 978-3442770380
Meine Bewertung
Klappentext
Wie kann der Mensch sich selbst treu bleiben, lieben und kreativ sein, wenn er sich verstellen und verstecken muss, weil er um sein Leben fürchtet? Im China des zwanzigsten Jahrhunderts geraten zwei Musikerfamilien in den Strudel der Politik, in das Auf und Ab von Revolution, Gewalt und Unterdrückung. Dieser preisgekrönte Roman erzählt von ihrem Schicksal.
Content Notes (könnten Spoiler enthalten)
Suizid
„Vergesst nicht, was ich sage: Nicht alles geht vorüber.“
Madeleine Thien nimmt uns auf über 600 Seiten mit in das China der 1940er bis heute. Zwei Familien, verbunden durch Musik. Erzählerin dieser Geschichte ist Marie die mit ihrer Mutter in Kanada lebt. Als Marie zehn Jahre alt ist nehmen sie eine junge Frau bei sich auf, die nach dem Massaker auf dem Tian‘anmen Platz geflohen ist. Bald entdeckt Marie ihre gemeinsame Geschichte.
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Thien hat in ihrem preisgekrönten Roman die Schicksale zweier Familien, die in einem China geprägt von Revolutionen, Denunziationen, Klassenkämpfen und Unterdrückung aufwachsen, mit der Freude an Musik, Talent und einem kreativen Leben verbunden. Einem Leben das man vor der Politik verstecken muss.
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Durch die Anzahl der Seiten gab es zugegeben ein paar Längen, Thien hat jedem Charakter und der gesamten Geschichte wirklich viel Platz zum Entwickeln gegeben. Gleichzeitig prasseln aber auch die historischen und politischen Ereignisse nur so nieder, so dass ich das Buch nicht an einem Stück sondern in einigen Abständen gelesen habe. Für mich war das genau richtig, da ich es so besser sacken lassen und verstehen konnte. Die Beschreibungen zur Musik, dem Komponieren und Spielen muss man natürlich mögen, sonst wird es eventuell etwas langatmig. Ich finde das faszinierend und daher hat es mir sehr gut gefallen und durch den Roman getragen. Gleichzeitig wurde mir ein Teil der chinesischen Geschichte näher gebracht und die Familiengeschichte im Umfeld der chinesischen Politik hat mich sehr berührt. Ein kleines Highlight!
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Unbezahlte Werbung, das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
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