Kategorien: , ,

Cherie Dimaline – Die Traumdiebe

Man sieht das Buch, das von einer Hand vor eine Wand gehalten wird. Das Cover ist blau, der Hintergrund zeigt einen Berg, der sich im Wasser spiegelt. Es fällt Regen. Über den Namen der Autorin sieht man eine gezeichnete Feder.

Details

Originaltitel: The Marrow Thieves
Übersetzung von Stefanie Frida Lemke

Gebundene Ausgabe, 304 Seiten
Heyne, 9. März 2020
ISBN 978-3453272699

Meine Bewertung

Bewertung: 4 von 5.

Klappentext

Kanada nach der Klimakatastrophe: Der junge Frenchie hat seine Familie und sein Zuhause verloren. Nur eines nicht – die Fähigkeit zu träumen. Deswegen wird er von den Traumdieben der Regierung gnadenlos gejagt. Er flieht Richtung Norden, doch die Wälder sind gefährlich, und Frenchie ist allein. Als er schon aufgeben will, rettet ihn eine kleine Gruppe anderer Indigener. Allee Träumer wie er. Frenchie lernt Jagen und Kämpfen und die uralte Sprache seines Volkes. Und er verliebt sich in die rebellische Rose. Aber der Feind ist überall, und als die Gruppe in eine Falle gerät, muss Frenchie eine schicksalshafte Entscheidung treffen.

Content Notes (könnten Spoiler enthalten)

Genozid, Rassismus, Kolonialismus, Trauer, Tod, Sexualisierte Gewalt

Nach der Klimakatastrophe: die Welt ist zerstört und der Menschheit ist die Fähigkeit zum Träumen abhanden gekommen. Die Einzigen, die das Träumen noch beherrschen ist die indigene Bevölkerung Nordamerikas. Die Regierung hat daraufhin Schulen gebaut und sendet Traumdiebe aus um die Indigenen zu jagen und ihnen die Träume zu entnehmen. In den Wäldern im Norden Kanadas ist der junge Frenchie auf der Flucht vor den Traumdieben und kämpft gemeinsam mit seiner neugefundenen Familie ums Überleben.
⠀⠀
Cherie Dimaline hat hier eine bedrückende Dystopie geschaffen, die durch ihre Thematik an die Geschichte der indigenen Menschen Nordamerikas erinnert. Dies macht das ganze Buch auch zu keinem Wohlfühlschmöker, es ist teilweise brutal, sehr ehrlich und stimmt nachdenklich. Mir hat das ganze Setting um den jungen Frenchie und seine Freund*innen aber trotz der schweren Thematik sehr gut gefallen. Neben all den Ereignissen geht es hier auch sehr viel um Freundschaft und den Zusammenhalt der zusammengewürfelten Gruppe, es geht um Liebe (inklusive queerer Liebe), um Hoffnung und um indigene Geschichte. Manche Ereignisse waren etwas vorhersehbar, andere wiederum haben mich umgehauen. Das Ende kam dann leider etwas abrupt und lässt mich wartend zurück.
⠀⠀
Bei Erscheinen des Buches arbeitete Dimaline noch an der Fortsetzung, der Band „Hunting by stars“ erscheint im Oktober 21 auf Englisch und knüpft an diesen an und wird dann sicherlich schnellstmöglich von mir gelesen werden. Laut Klappentext arbeitet die Autorin ebenfalls auch schon an einer TV Adaption, was ich mir wirklich sehr gut vorstellen kann!

Update: Ursprünglich war die Reihe auf 3 Bände ausgelegt, der zweite Band wurde aber nicht mehr übersetzt. Wer kann, sollte daher zur Originalversion greifen.


Hinterlasse einen Kommentar