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Bernardine Evaristo – Mädchen, Frau Etc.

Man sieht das Buch liegend auf einer grauen Decke, ein Stück des Laminatbodens ist ebenfalls zu erkennen. Das Cover ist in einem orange-gelbem Ton gehalten. Man sieht darauf das Seitenprofil einer Schwarzen Frau mit einem bunten Turban im gezeichneten Stil.

Details

Originaltitel: Girl, Woman, Other
Übersetzung von Tanja Handels

Gebundene Ausgabe, 512 Seiten
Tropen, 18. Januar 2021
ISBN 978-3608504842

Meine Bewertung

Bewertung: 3 von 5.

Klappentext

Einst musste sich Amma ihre Anerkennung als Schwarze, lesbische Dramatikerin in Londons Theaterszene hart erkämpfen, nun steht ihre Premiere am National Theatre kurz bevor. Ihre neunzehnjährige Tochter Yazz hofft nur, dass die Reaktionen auf das provokante Stück für sie nicht zu peinlich werden. Ammas älteste Freundin Shirley hat früher für Yazz die Babysitterin gespielt. Inzwischen ist die nach jahrzehntelanger Arbeit an unterfinanzierten Schulen ausgebrannt. Ihr größter Verdienst ist Carole, eine ehemalige Problemschülerin, die es bis nacch Oxford geschafft hat. Doch Dankbarkeit hat sie dafür nie von Carole erfahren, die als Investmentbankerin nun mit den feinen Unterschieden der Upperclass konfrontiert ist. Caroles Mutter Bummi, die aus Nigeria stammt, kann mit der Britishness ihrer Tochter nichts anfangen, auch wenn sie ihr wohlweislich einen englischen Namen gegeben hat.

So verschieden die Frauen und ihre Lebensgeschichten in diesem Roman sind, sind sie eng miteinander verbunden. Ihre Entscheidungen, ihre Kämpfe, ihre Fragen erschaffen ein einzigartiges, vielstimmiges Panorama unserer Zeit.

Content Notes (könnten Spoiler enthalten)

Sexualisierte Gewalt, Rassismus

Mädchen, Frau etc. (unglückliche Titelübersetzung finde ich) ist ein Roman über das Leben Schwarzer Frauen und einer nonbinären Person und ihren Familien. In Kurzgeschichten schreibt Evaristo über das Leben dieser Menschen, über ihren Kampf, den Schmerz, Sehnsucht, Identität und Liebe. Die Menschen und ihre Geschichten sind auf die ein- oder andere Art miteinander verwoben. Evaristo schreibt eindringlich, emotional, aufwühlend und ehrlich.
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Leider habe ich mich hier beim Lesen etwas schwer getan. Ich habe lange gebraucht um mich in den Schreibstil ohne Satzzeichen einzufinden. Oft habe ich viel zu schnell gelesen, musste wieder zurück und nochmal anfangen. Die Geschichten, mitten aus dem Leben. Doch kaum war ich im Kapitel angekommen, war es zu Ende. Leider blieb die ein oder andere Entwicklung dann für mich auf der Strecke. Nichtsdestotrotz ein brandaktuelles Buch, das eine wichtige Repräsentation für queere, Schwarze und trans Menschen liefert und dafür zu Recht den Booker Prize bekommen hat.


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