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Nadia Ghulam, Agnès Rotger – Das Geheimnis meines Turbans

Man sieht das Buch liegend auf zwei Decken, eine Decke davon hat Fransen. Auf dem Cover selbst ist ein junger Mensch mit einem dunkelroten Taliban zu sehen. Man sieht nur das Gesicht.

Details

Originaltitel: El secreto de mi turbante (The secret of my turban)
Übersetzung von Silke Kleemann

Taschenbuch, 352 Seiten
cbt, 10. Mai 2021
ISBN 978-3570313787

Meine Bewertung

Bewertung: 4 von 5.

Klappentext

Ein Junge mit dunklem Turban und vernarbtem Gesicht leitet das Morgengebet in der Moschee. Jeder respektiert ihn und hört zu, obwohl seine Stimme schwach ist und sein Körper klein und zierlich. Er ist ein guter Moslem, aber was seine Freunde und Nachbarn nicht wissen: Unter dem Turban steckt gar kein Junge, sondern ein Mädchen, das bei jedem Kontakt mit den Taliban innerlich zittert vor Angst, ihr Geheimnis könnte entdeckt werden.

Das Buch erzählt die wahre Geschichte von Nadia Ghulam, die im Afghanistankrieg schwer verletzt wurde und sich unter den Taliban jahrelang als Junge ausgab, um ihre Familie ernähren zu können.

Nadia Ghulam wurde 1985 in Kabul geboren, bis zum Afghanistankrieg lebt die Familie ein glückliches, recht wohlhabendes Leben. Der Vater hat Arbeit und Nadia besucht die Schule. Dieses Leben ändert sich allerdings schlagartig mit dem Krieg, die Familie verliert alles und Nadia wird schwer verletzt. Sie muss viele Male operiert werden. Als die Taliban die Kontrolle übernehmen, kann sie allerdings nicht weiter behandelt werden. Frauen wird verboten zu arbeiten und Ärzte dürfen keine Frauen mehr behandeln. Der erhoffte Frieden mündet in Unterdrückung, Angst und Hunger. Um die Familie versorgen zu können beschließt Nadia zukünftig als Junge unter den Taliban zu leben und zu arbeiten.

Nadias Geschichte hat mich sehr berührt, die ständige Angst entdeckt zu werden und trotzdem weiter zu machen um die Familie zu ernähren. Der andauernde Hunger, teils selbst auferlegt um nicht zu wachsen und enttarnt zu werden. Ihre eigene Haltung und Entwicklung machen nachdenklich und beeindrucken sehr. Sie findet ihren Glauben, schließt Freundschaften und kämpft sich durch. Eine beeindruckende, starke Geschichte, die mir nicht nur etwas über diese Zeit sondern auch über das Land und die Bewohner gelehrt hat. Wunderbar flüssig, verständlich und sehr spannend geschrieben von Agnès Rotger. Ich kann es jedem empfehlen, der sich für das Leben in Afghanistan zur damaligen Zeit, sowie beeindruckende Biografien interessiert.

Unbezahlte Werbung, das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.


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