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Brit Bennett – Die verschwindende Hälfte

Man sieht das Buch liegend auf einer rosafarbenen Decke. Neben dem Namen der Autorin und dem Titel sieht man in verschiedenen Farben und mit grafischen Formen zwei Gesichter dargestellt.

Details

Originaltitel: The Vanishing Half
Übersetzung von Isabel Bogdan und Robin Detje

Gebundene Ausgabe, 416 Seiten
Rowohlt, 15. September 2020
ISBN 978-3498001599

Meine Bewertung

Bewertung: 5 von 5.

Klappentext

Mallard, ein kleiner Ort im ländlichen Louisiana. Seine Bewohner blicken mit Stolz auf eine lange Tradition und Geschichte – und vor allem auf ihre Kinder, die von Generation zu Generation hellhäutiger zu werden scheinen. Hier werden in den 1950ern Stella und Desiree geboren, Zwillingsschwestern von ganz unterschiedlichem Wesen. Nur in einem sind sie sich einig: An diesem Ort sehen sie keine Zukunft für sich.

In New Orleans, wohin sie flüchten, trennen sich ihre Wege. Denn Stella tritt unbemerkt durch eine den weißen Amerikanern vorbehaltene Tür und schlägt sie kurzerhand hinter sich zu. Desiree dagegen heiratet den dunkelhäutigsten Mann, den sie finden kann. Und Jahrzehnte müssen vergehen bis zu einem unwahrscheinlichen Wiedersehen.

Content Notes (könnten Spoiler enthalten)

Rassismus, Häusliche Gewalt, Lynchjustiz, Transphobie

In den 1950ern werden im kleinen Ort Mallard, im ländlichen Louisiana, die Zwillinge Stella und Desiree geboren. Zwillingsschwestern von ganz unterschiedlichem Wesen. Beide sind sich allerdings einig, das sie an diesem Ort, der stolz darauf ist dass die Kinder von Generation zu Generation hellhäutiger werden, keine Zukunft für sich sehen. Und so flüchten sie nach New Orleans, wo sich ihre Wege nach einiger Zeit trennen. Stella entscheidet sich weiß zu werden und lässt damit ihre Herkunft und Vergangenheit hinter sich. Desiree bleibt zurück und heiratet einen schwarzen Mann. Jahrzehnte später kommt es zu einem unwahrscheinlichen Wiedersehen.

Bennett hat hier eine Generationen übergreifende Geschichte geschrieben, die sich von den 50ern bis in die 80er erstreckt. Wir begleiten die beiden Schwestern, deren Leben nicht unterschiedlicher hätte verlaufen können, sowie ihre Töchter in einer weiteren Zeitschiene. Es geht um Colorism, Zugehörigkeit, Identität, die Sehnsucht nach einem neuen Leben und gleichzeitig um die Bewältigung der Vergangenheit. All dies hat Bennett hier wieder in ihre wunderbare, einfühlsame Sprache verpackt.

Colorism ist eine Form von Diskriminierungen und Vorurteilen, bei denen Menschen derselben “Race” unterschiedlich behandelt werden. Das wird ein wenig einfacher mit einem Beispiel: Ein Beispiel für Rassismus wäre, wenn ein Unternehmen sagt, wir möchten kein schwarzen Menschen einstellen. Beim Colorism wäre es so, dass das Unternehmen schwarze Menschen generell einstellen würde, aber schwarze Menschen mit einem helleren Hautton vor einer dark skinned People of Color bevorzugt.

Quelle: RosaMag

Brit Bennett konnte mich mit ihrem Stil schon in „Die Mütter“ überzeugen, weswegen ich mich natürlich umso mehr auf die verschwindende Hälfte gefreut habe. Nach anfänglichen Schwierigkeiten für mich wieder zum Highlight mutiert.


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